Schüler müssen sparen: Jobs werden rar

Manche Schüler, die sich ihre Urlaubsreise mit einem Job finanzieren wollen, spüren die Folgen der aktuellen Wirtschaftskrise. Doch die Lage ist nicht hoffnungslos, stellte Hannah Morris bei Ihrer Umfrage unter Schülerinnen und Schülern des Tübinger Kepler- Gymnasiums fest. Es gibt nämlich noch Jobs. Beispielsweise beim Bäcker, in der Gastronomie oder als Babysitter.


Liselotte Stöhr (17)

Liselotte Stöhr hat sich bei einer Bäckerei beworben - mit Erfolg. Mit der Bezahlung ist die 17-Jährige ziemlich zufrieden. „Für mein einfaches Schülerleben reicht das Geld auf jeden Fall“, sagt die Elftklässlerin. „Ich kann ein wenig sparen und bin in finanzieller Hinsicht von meinen Eltern unabhängig.“ Durch das lange Stehen an der Theke und die Konzentration beim Kassieren wird die Schülerin stark gefordert. „Anstrengend ist der Job zwar schon. Aber ich kann immer wieder mal eine Pause einlegen. Schülerjobs sind auch in der Gastronomie zu finden“, beobachtet die Schülerin. „Und man kann gute Angebote in Supermärkten oder im privaten Bereich finden - etwa als Babysitter.“ Die Wirtschaftskrise ist in ihrem Leben kein großes Thema. Zwar verfolgt sie regelmäßig die Nachrichten. „Aber bei mir zu Hause hat sich seit Beginn der Krise nichts verändert.“

Sebastian Scholz (19)

Sebastian Scholz hat sehr lange nach einem Schülerjob, den er werktags wie aber auch in den Ferien verrichten könnte, gesucht und trotzdem nichts gefunden. Nun ist der 19-jährige Abiturient zu dem Entschluss gekommen, dass er seine Zeit, die er benötigte, um nach Jobs zu schauen, auch besser nutzen könnte, indem er zum Beispiel mehr seinen Hobbys nachgeht. Er weiß aber auch, dass dies die Konsequenz hat, auf eine Urlaubsreise  zu verzichten. „Ich kann mir auch kaum noch Klamotten, Filme oder CDs leisten“, bedauert er. Zwar bekommt er ab und an ein bisschen Geld von seiner Oma  zugesteckt, aber dennoch muss er sparsamer mit seinem Taschengeld umgehen. „Ich versuche, es mir so einzuteilen, dass ich es nur am Wochenende ausgebe.“ Die weltweite Wirtschaftskrise bekommt Sebastian eigentlich nicht zu spüren. Aber er glaubt, dass die Chancen, einen geeigneten Schülerjob zu ergattern, noch weiter sinken werden.

Bi-Lin Schmidt (17)

„Jobs für Schüler gibt es eigentlich fast in jeder Branche“, findet Bi-Lin Schmidt. Die 17-Jährige jobbt in einer Bäckerei und in einem Zentrum für Sprachtraining. „Zum
Beispiel können sich Schüler vor allem im Bereich der Gastronomie bewerben“, rät die Elftklässlerin. Wachsende Angebote für Schülerjobs gibt es auch im Medienbereich Internet. In das Zentrum für Sprachtraining ist Bi-Lin über persönliche Verbindungen gelangt, ohne ein Bewerbungsschreiben abliefern zu müssen. Beim Bäcker jedoch musste sie sich einmal bewerben. Im Großen und Ganzen kann sie sagen, dass sie zufrieden ist mit der Bezahlung, da sie bei der Bäckerei auch öfter Pausen machen kann und dort auch etwas zu essen bekommt. Die Weltwirtschaftskrise bekommt Bi-Lin zwar schon zu spüren: „Mein Taschengeld wurde gekürzt.“ Um trotzdem flüssig zu bleiben, jobbt sie nicht nur in den Ferien sondern auch häufig unter der Woche.

Sandra Magnussen (17)

Obwohl Sandra Magnussen nach sehr langer und intensiver Suche nach einem Schülerjob immer noch nichts gefunden hat, will sie nicht aufgeben. Die 17-Jährige ärgert sich darüber, aber trotzdem verlässt sie nicht der Mut und sie sucht weiter, indem sie zum Beispiel in ihrem Dorf Zettel mit ihrem Namen und der Adresse aushängt. Sie interessiert sich für eine Arbeit mit Tieren und würde auch jeder Zeit einen Job zum „Dogsitten“ annehmen. Da die Elftklässlerin aber immer noch keinen geeigneten Job gefunden hat, lebt sie sehr sparsam. „Je älter ich werde, desto mehr achte ich darauf, wofür ich mein Geld ausgebe“, betont Sandra Magnussen. Persönliche Sachen wie beispielsweise Klamotten, Musik-CDs und ähnliches muss sie von ihrem Sparbuch abzweigen, das ihre Eltern für sie angelegt haben. „Trotz Finanzkrise wurde mein Taschengeld nicht gekürzt“, freut sich die Schülerin. „Aber meine Eltern müssen sich einschränken.“
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