Erholung vom Schulstress

Beim Wandertag will Gerhard Jäckle mit seinen Schülern viel Zeit an der frischen Luft verbringen


Auch wenn seine Schüler lieber die neue Achterbahn im Europa-Park testen würden als mit dem Vesperbrot im Rucksack singend durch den Schönbuch oder über den schwäbischen Albtrauf zu marschieren: Gerhard Jäckle begeistert sie trotzdem für den Wandertag. Hannah Morris sprach mit dem 62jährigen Lehrer am Tübinger Kepler-Gymnasium über spannende Schulausflüge zwischen saftigen Steaks vom Grillfeuer und geheimnisvollen Höhlen.

Welcher Schüler kennt ihn nicht? Den Wandertag. Uns Schülern scheint es meist so, als ob die Lehrer uns mit dem Vorschlag, einen Wandertag als Ausflug zu unternehmen statt in den Europa-Park zu düsen, mal wieder quälen wollen. Denn wenn wir das Wort „Wandertag“ hören, denken wir an schweißtreibende Fußmärsche durch die pralle Sonne. Abends zählt man dann die Blasen an den Füßen.


Aber nicht doch! Aus Lehrersicht ist der Wandertag selbstverständlich pädagogisch wertvoll. „Allerdings muss er richtig geplant sein“, betont Gerhard Jäckle. Die Anfahrt darf nicht zu lang sein. „Es geht ja nicht darum, stundenlang im Bus zu sitzen“, erklärt der Pädagoge.  „Ich will mit meinen Schülern viel Zeit in der Natur verbringen.“ Deshalb steuert er mit seinen Schülern meist Ziele in der näheren Umgebung an, beispielsweise das Wildgehege in Entringen.

Jäckle wandert mit seinen Schülern am liebsten im Sommer - weil man in dieser Jahreszeit im Freien grillen und spielen kann. Die Jugendlichen sollen an einem solchen Tag die Natur genießen und sich vom Schulstress erholen. Bei speziellen Exkursionen hält er es auch für sinnvoll, ökologische Probleme zu thematisieren oder in die lokale Geschichte einzusteigen.

Jäckle will den Wandertag auch nutzen, träge Schüler zur Bewegung zu animieren. „Das funktioniert aber nur, wenn der Tag auch spannend gestaltet wird“, räumt der Lehrer ein. Deshalb setzt er Höhepunkte: Etwa der Besuch einer geheimnisvollen Höhle oder die Besichtigung eines imposanten Wasserfalls. Jäckle: „Auch wenn viele Schüler morgens eher lustlos zum Wandertag antreten, erzählen sie abends zu Hause begeistert von ihren Erlebnissen.“

Klingt ja durchaus überzeugend. Und für den Schulausflug in den Europa-Park findet sich sicher auch noch ein Termin.

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